Die Horizontal Villa befindet sich auf einem 5.000 Quadratmeter großen Grundstück innerhalb einer 8 Hektar großen Wohnanlage in Kordan und wurde für eine siebenköpfige Familie entworfen. Das architektonische Konzept entwickelte sich unmittelbar aus den Eigenschaften des Ortes: Die Ost-West-Ausrichtung des Grundstücks sowie die weiten Ausblicke in die Landschaft führten zu einem Entwurf, der sich horizontal statt vertikal entfaltet. Das Gebäude erstreckt sich daher entlang des Horizonts und schafft eine kontinuierliche Beziehung zwischen den Innenräumen und der umgebenden Natur. Aufgrund der großzügigen Grünflächen und Gärten auf dem Grundstück wurde auf ein Gründach sowie auf eine Nutzung der Dachfläche bewusst verzichtet.
Das Raumprogramm umfasst drei unabhängige Wohneinheiten mit jeweils zwei Schlafzimmern, vier Gästesuiten, einen Speisesaal, einen Fitnessbereich, eine Sauna sowie einen gemeinschaftlichen Swimmingpool. Die größte Entwurfsherausforderung bestand darin, das gemeinschaftliche Familienleben mit der Eigenständigkeit jeder Wohneinheit in Einklang zu bringen. Insbesondere sollte der Zugang zur Wohnung der Eltern und zu deren Gästesuite vollständig von den Erschließungswegen der Wohneinheiten der Kinder getrennt werden.
Als Antwort auf diese Anforderung wurde der Baukörper durch gezielte Einschnitte gegliedert. Diese schaffen nicht nur voneinander unabhängige Erschließungswege, sondern leiten zugleich die vorherrschenden Winde und unterstützen die natürliche Belüftung der Innenräume. Gleichzeitig erhielt jede Wohneinheit eine eigene räumliche Identität, ohne die architektonische Gesamtkomposition zu beeinträchtigen. Private Balkone, unterschiedliche Materialien, variierende Raumhöhen und eine gezielte Steuerung der Verschattung erzeugen jeweils eigenständige räumliche Qualitäten hinsichtlich Licht, Ausblick und Atmosphäre.
Die Nord- und Südfassaden wurden mit einem hohen Maß an Transparenz gestaltet, um den Blick auf die Berge von Kordan und die umgebenden Gärten zu maximieren. Zur Stärkung der Kontinuität zwischen Innen- und Außenraum werden Ziegel und Sichtbeton von der Gebäudehülle bis in die Innenräume fortgeführt. Speisesaal und Sportbereiche wurden entsprechend der natürlichen Hanglage zentral im Gebäude angeordnet, sodass sie für alle Wohneinheiten gut erreichbar sind, ohne deren Ausblicke zu beeinträchtigen.