Das Projekt „V Residence“ wurde auf einem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück in der Provinz Mazandaran entworfen. Ausgangspunkt des Entwurfs war die Frage, wie sich die Qualitäten des Wohnens in einer freistehenden Villa auf ein zeitgenössisches Mehrfamilienhaus übertragen lassen. Räumliche Eigenständigkeit, der unmittelbare Bezug zum Außenraum sowie eine vielfältige Wohnqualität bildeten die Grundlage des Entwurfskonzepts. Die Wohneinheiten wurden so organisiert, dass sie ein hohes Maß an Privatsphäre bewahren und gleichzeitig durch großzügige, möblierbare Balkone und unterschiedliche Ausblicke ein Wohnerlebnis schaffen, das an das Leben in einer Villa erinnert.
Die Gebäudeform entwickelte sich aus einer gleichzeitigen Antwort auf klimatische Bedingungen und funktionale Anforderungen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit im Norden Irans wurde zunächst eine zentrale Öffnung in den Baukörper eingeführt, um die natürliche Belüftung und Luftzirkulation zu verbessern. Dieser Luftraum entwickelte sich anschließend zum räumlichen Rückgrat des Projekts und nimmt Erschließungsflächen, Treppen und Aufzüge auf, wodurch eine klare räumliche Organisation entsteht.
Durch weitere Einschnitte in den Baukörper entstanden großzügige Balkone, welche die Verbindung zwischen den Wohnungen und der umgebenden Landschaft stärken. Die Wohnungen wurden in unterschiedlichen Größen sowie in Nord-Süd-Ausrichtung organisiert, sodass jede Einheit entweder vom Blick auf das Kaspische Meer im Norden oder auf die umliegenden Berge im Süden profitiert und gleichzeitig unterschiedlichen Wohnbedürfnissen gerecht wird.
Um Monotonie zu vermeiden und dem Gebäude eine eigenständige Identität zu verleihen, wurden die Wohnungen geschossweise in einer puzzleartigen Anordnung gegeneinander verschoben. Diese Verschiebungen erzeugen unterschiedliche räumliche Qualitäten hinsichtlich Tageslicht, Ausblick, Verschattung und Nutzung der Außenräume, sodass selbst gleichartige Wohnungen individuelle Wohnqualitäten erhalten. Dadurch wird die Fassade zu einem unmittelbaren Ausdruck der inneren Raumorganisation und nicht zu einer dekorativen Hülle; Rhythmus, Tiefe und Komposition entstehen direkt aus der architektonischen Logik des Projekts.
Die endgültige Form des Gebäudes ist somit nicht das Ergebnis einer rein formalen Entscheidung, sondern die Konsequenz einer gleichzeitigen Auseinandersetzung mit Klima, räumlicher Organisation und Wohnqualität – ein Ansatz, der die Qualitäten des Wohnens in einer Villa innerhalb eines zeitgenössischen Wohngebäudes neu interpretiert.